Warum das inzwischen zählt
Die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland nimmt zumindest manchmal einen KI-Chat statt der klassischen Suchmaschine. Das hat Bitkom Research im Herbst 2025 bei 1.030 Internetnutzern gemessen. Eine solche Antwort ist keine Trefferliste: Sie nennt ein oder zwei Betriebe beim Namen, und wer darin vorkommt, bekommt den Anruf, ohne dass jemand zehn Ergebnisse durchgeht.
Wie oft das ausgerechnet bei der Suche nach einem Handwerker oder einer Praxis passiert, weiß bisher niemand. Die einzige belastbare deutsche Befragung zur Handwerkersuche stammt ebenfalls von Bitkom, ist vom Juni 2025 und hatte KI nicht einmal als Antwortmöglichkeit dabei. Sie zeigt etwas anderes: 83 % fragen zuerst im Bekanntenkreis, 26 % sehen sich die Website des Betriebs an, und für 40 % ist eine fehlende Website ein Ausschlussgrund. Wer Ihnen eine Prozentzahl für KI-Anfragen im Handwerk nennt, hat sie geschätzt.
Ob Ihr Betrieb in einer solchen Antwort vorkommt, müssen Sie deshalb niemanden fragen. Sie sehen in zehn Minuten selbst nach, ohne Werkzeug und ohne Kosten.
Sechs Schritte in zehn Minuten
1. Fragen Sie so, wie Ihre Kunden fragen
Unter Ihrem Firmennamen werden Sie fast immer gefunden. Ihre neuen Kunden kennen den Namen aber nicht; sie tippen ihr Problem ein. Öffnen Sie also nacheinander ChatGPT, Perplexity und Google, und stellen Sie dreimal dieselbe Frage mit Ihrem Ort darin. Schreiben Sie auf, welche Betriebe genannt werden und in welcher Reihenfolge. So sehen die Fragen aus:
- Dachdecker: „Wer deckt in Speyer ein Dach neu?“
- Elektrobetrieb: „Wer montiert in Speyer eine Wallbox?“
- Zahnarztpraxis: „Welche Zahnarztpraxis in Speyer nimmt neue Patienten auf?“
- Steuerkanzlei: „Welcher Steuerberater in Speyer betreut Handwerksbetriebe?“
- Friseursalon: „Welcher Friseur in Speyer hat kurzfristig einen Termin frei?“
Eine KI antwortet auf dieselbe Frage nicht jedes Mal gleich. Fragen Sie deshalb an zwei verschiedenen Tagen und in einem Fenster, in dem Sie nicht angemeldet sind. Ein einzelner Durchlauf ist ein Eindruck; erst mehrere ergeben ein Bild.
2. Suchen Sie einen eigenen Satz Ihrer Seite bei Google
Nehmen Sie einen Satz von Ihrer Startseite, den so kein anderer geschrieben hat, und suchen Sie ihn bei Google in Anführungszeichen. Erscheint Ihre Seite als Treffer, ist sie im Index. Erscheint nichts, kennt Google die Seite nicht, und dann kann sie auch in keiner KI-Übersicht auftauchen. Wählen Sie einen Satz mit Ihrem Ort oder Ihrer Spezialität darin; ein Satz wie „Qualität ist unser Anspruch“ steht auf zehntausend anderen Seiten und beweist nichts.
3. Sehen Sie in Ihre robots.txt
Rufen Sie ihredomain.de/robots.txt auf. Diese Datei sagt jedem Programm, das Ihre Seite liest, was es lesen darf. Steht dort Disallow: / hinter einer der folgenden Kennungen, sperren Sie genau die Programme aus, deren Antworten Sie erreichen wollen. Die Kennungen tun zwei verschiedene Dinge, und der Unterschied entscheidet:
| Kennung | Wer | Wofür |
|---|---|---|
| GPTBot | OpenAI | Liest Seiten für das Training der Modelle. |
| OAI-SearchBot | OpenAI | Baut den Suchindex von ChatGPT. Wer ihn aussperrt, erscheint laut OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT. |
| ChatGPT-User | OpenAI | Holt eine Seite in dem Moment, in dem ein Nutzer danach fragt. Weil der Abruf von einem Menschen ausgeht, greift die robots.txt hier laut OpenAI womöglich nicht. |
| ClaudeBot | Anthropic | Liest Seiten für das Training der Modelle. |
| Claude-SearchBot | Anthropic | Baut den Suchindex, aus dem Claude beim Antworten zitiert. |
| Claude-User | Anthropic | Holt eine Seite auf die Frage eines Nutzers hin. Eine Sperre nimmt Ihre Seite aus diesen Antworten heraus. |
| PerplexityBot | Perplexity | Baut den Suchindex, aus dem Perplexity zitiert und verlinkt. Für das Training von Modellen wird er laut Perplexity nicht benutzt. |
| Google-Extended | Steuert das Training der Gemini-Modelle und deren Rückgriff auf Ihre Inhalte. Auf die Aufnahme in die Google-Suche wirkt es sich laut Google nicht aus, und die KI-Übersicht steuert es ebenfalls nicht. | |
| Googlebot | Baut den Suchindex. Er ist auch der Hebel für die KI-Übersicht: Wer dort erscheinen will, muss laut Google im Index stehen und ein Snippet erlauben. |
Die Trennung ist der Punkt: Eine Kennung, die fürs Training liest, füttert ein Modell. Eine Kennung, die für die Antwort liest, holt Ihre Seite in dem Moment, in dem jemand eine Frage stellt. Wenn Sie gefunden werden wollen, lassen Sie die zweite Sorte herein. Steht in Ihrer robots.txt nur User-agent: * und Allow: /, ist alles offen und Sie sind an dieser Stelle fertig. Die Schalter wirken einzeln: Sie können GPTBot aussperren und OAI-SearchBot hereinlassen. Bis eine Änderung ankommt, dauert es nach Angaben von OpenAI etwa einen Tag.
Eine erlaubende robots.txt ist allerdings nur die halbe Antwort. Manche Hoster und Schutzdienste blocken dieselben Programme eine Ebene tiefer, an der Firewall, unabhängig davon was in der Datei steht. Wenn Ihre Seite technisch offen aussieht und trotzdem nirgends auftaucht, fragen Sie Ihren Anbieter, ob er KI-Kennungen sperrt.
4. Suchen Sie im Quelltext nach „noindex“
Öffnen Sie Ihre Startseite, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle, wählen Sie „Seitenquelltext anzeigen“ und suchen Sie mit Strg+F nach noindex. Wird etwas gefunden, bittet Ihre Seite Google ausdrücklich darum, sie nicht aufzunehmen. Das kommt häufiger vor, als man denkt: Bei vielen Baukästen ist die Sperre während des Bauens gesetzt, und beim Veröffentlichen denkt niemand daran. Sehen Sie jede Unterseite einzeln nach, nicht nur die Startseite.
5. Lesen Sie den ersten Absatz Ihrer Startseite
Lesen Sie die ersten drei Zeilen so, als kämen Sie zum ersten Mal auf die Seite. Steht dort, was Sie machen und wo? „Herzlich willkommen auf unserer Homepage“ beantwortet keine Frage. „Dachdeckerei in Speyer: Steildach, Flachdach und Sturmschäden, seit 1987“ beantwortet die Frage, mit der jemand gesucht hat. Ein Antwortsystem übernimmt einzelne Sätze, keine ganzen Seiten. Ein Satz, der die Frage allein beantwortet, lässt sich übernehmen; ein Satz, der auf den Rest der Seite verweist, bleibt liegen.
6. Gleichen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil mit der Website ab
Suchen Sie Ihren Betriebsnamen bei Google und sehen Sie sich den Kasten mit Ihren Angaben an. Name, Anschrift, Rufnummer und Öffnungszeiten müssen dort Zeichen für Zeichen so stehen wie auf Ihrer Website, samt Rechtsform und Schreibweise der Straße. Eine alte Nummer im Profil und eine neue auf der Seite sind für ein Antwortsystem zwei verschiedene Betriebe, und es entscheidet sich womöglich für keinen von beiden. Fehlt das Profil ganz, legen Sie es an. Es kostet nichts, und Google zieht Zeiten, Anschrift und Rufnummer für Suchen mit Ortsbezug daraus.
Was dabei nichts bringt
- Schlüsselwortlisten am Seitenende. Vierzig Ortsnamen und Leistungen hintereinander haben vor zwanzig Jahren funktioniert. Heute liest sie kein Mensch, und für Google ist sie ein Grund, der Seite weniger zu glauben. Ein ausgeschriebener Satz je Leistung wirkt mehr als eine Liste aus vierzig Wörtern.
- Versteckter Text. Weiße Schrift auf weißem Grund, Text hinter einem Bild, Inhalte, die nur ein Crawler zu sehen bekommt: Das verstößt gegen Googles Richtlinien zu Spam und kann die ganze Domain aus dem Index bringen.
- Tägliches Nachfragen. Dieselbe Frage bringt an zwei Tagen zwei verschiedene Antworten, auch wenn sich an Ihrer Seite nichts geändert hat. Wer täglich fragt, misst diese Schwankung. Prüfen Sie einmal im Quartal, mit denselben Fragen, und heben Sie die Notiz auf.
Was Ihnen niemand garantieren kann
Kein Anbieter kann zusagen, dass ChatGPT Ihren Betrieb nennt, dass Sie bei Google auf Platz eins stehen oder dass eine bestimmte Zahl an Anfragen ankommt. Über die Reihenfolge entscheiden Google und die Betreiber der Antwortsysteme nach eigenen Regeln, und sie ändern diese Regeln ohne Ankündigung. Wer eine Nennung verspricht, verkauft etwas, worüber er nicht verfügt.
Zusagen lässt sich die Arbeit dahinter: eine Seite, die technisch erreichbar ist, die die Fragen Ihrer Kunden in ganzen Sätzen beantwortet und deren Angaben mit Ihrem Google-Profil übereinstimmen. Genau so steht es in Abschnitt 7 unserer Leistungsbeschreibung: keinen bestimmten Platz in Suchergebnissen, keine bestimmte Zahl von Besuchern, keine bestimmte Zahl von Aufträgen.
Wie wir es machen
Die sechs Schritte oben sind der Zustand, in dem wir jede Seite ausliefern: offene robots.txt, kein noindex, ein erster Absatz, der Leistung und Ort benennt, und Angaben, die zum Google-Profil passen. Ändert sich etwas an Ihren Zeiten oder Leistungen, schreiben Sie uns eine Nachricht per WhatsApp; meist steht es binnen 24 Stunden auf der Seite. Die Erstellung kostet 0 €, der Betrieb 199 € im Monat und ist monatlich kündbar. Was darin enthalten ist, steht auf der Seite Website erstellen lassen; was eine Website anderswo kostet, im Beitrag Was eine Website 2026 kostet.
Die beiden Zahlen oben stammen aus Bitkom-Erhebungen, nicht aus zweiter Hand: „Internet-Suche im Wandel“, 20.11.2025, telefonisch befragt wurden 1.156 Personen ab 16 Jahren, darunter 1.030 Internetnutzer, in den Kalenderwochen 39 bis 43/2025; und „Handwerkersuche: Persönliches Gespräch schlägt Infos im Netz“, 12.6.2025, 1.004 Personen ab 16 Jahren, Kalenderwochen 7 bis 10/2025. Was die Kennungen tun, steht in den Entwicklerdokumentationen von OpenAI, Anthropic, Perplexity und Google; abgerufen am 10. September 2026.